Zugfahren mit Baby – meine persönlichen Erfahrungen und Tipps

Hallo ihr Lieben,

wie ihr wisst, habe ich vor 2,5 Jahren mein geliebtes Stuttgart für meine neue Wahlheimat Paris verlassen. (Wahnsinn, schon 2,5 Jahre!!!) Wir leben gerne hier und haben uns schnell eingelebt. Oma und Opa sind aber natürlich in Stuttgart geblieben, was heißt, dass wir nun öfters Zugfahren, um sie zu besuchen. Heute möchte ich meine Erfahrungen und daraus resultierende Tipps mit euch teilen.

Unsere erste Zugfahrt mit Baby

An unsere allererste Zugfahrt mit unserer Nova kann ich mich noch sehr gut erinnern. Sie war gerade 7 Wochen alt und ich total verunsichert. Kann ich mit einem so kleinen Baby schon reisen? Noch dazu so eine lange Strecke? Mute ich meinem Kind vielleicht zu viel zu? Fragen über Fragen. Nachdem ich also meine ganze Familie, unsere Hebamme und ungefähr noch weitere 15 Freundinnen um ihre Meinung gebeten hatte, habe ich mich dann also endlich getraut. Wir stiegen in den Zug! Mein Partner war dabei, allein wäre das für mich zu dieser Zeit unvorstellbar gewesen. Jetzt – einige Monate und Alleinreisen später, muss ich sagen, dass es damals noch ein totales Kinderspiel war…

Auf dem Weg zum Zug

Das Taxi (man gönnt sich ja sonst nichts) hat uns entspannt zum Bahnhof gebracht. Ich hatte unsere Tochter in der Babytrage und der Papa musste Packesel spielen. Er hat sich um unser ganzes Gepäck samt Kinderwagen gekümmert und alles im Zug verstaut.

…am Rande … Mein persönlicher Kinderwagen Tipp

Ich hatte der Verkäuferin beim Kinderwagenkauf gesagt, dass ich öfters und vorwiegend allein mit dem Zug reisen werde. Ich brauche also etwas praktisches, was in möglichst wenigen Schritten, klein zusammenklappbar ist. Gerne erwähne ich an dieser Stelle unseren Baby Jogger Model City Premier, der uns bisher absolut treue Dienste geleistet hat und den ich jederzeit wiederkaufen würde.

 Im Zug

Wir hatten vorsorglich zwei Plätze in einem Viererabteil mit Tisch gebucht, was sehr praktisch war, da wir die Babyschale einfach vor uns abstellen konnten. Natürlich ist diese etwas groß und nimmt den meisten Platz vom Tisch ein, die anderen Mitreisenden, mit denen wir uns dieses Abteil geteilt haben, hatten aber vollstes Verständnis und glücklicherweise gar kein Problem damit. Somit hatten wir einen Sitzplatz und unsere Nova konnte entspannt in ihrer Schale liegen. Meine Nerven haben sich beim Schließen der Türen dann auch entspannt und es konnte losgehen. An dieser Stelle endet der Bericht, da unsere Tochter die erste Zugfahrt ihres Lebens tatsächlich komplett verschlafen hat.

Die nächsten Male…

Auch bei den nächsten Malen habe ich dies so gemacht. Zwar war ich nun allein mit Kind unterwegs, Papa kann ja nicht immer Urlaub nehmen, aber es gab bisher noch nie ein Problem. Es ist unwahrscheinlich wie hilfsbereit die Leute sind, wenn Sie eine Mama mit Kinderwagen und in meinem Fall mit viel Gepäck sehen. Falls sich nicht sowieso schon jemand von allein angeboten hat, …

…einfach fragen. Ich habe noch nie erlebt, dass mir keiner geholfen hat.

Stillen & Wickeln

Ich versuche, wenn ich buche, immer einen Platz in o. e. Viererabteil mit Tisch zu bekommen. Das ist einfach entspannter. Aber auch im Zweiersitz habe ich die Babyschale schon auf den Tisch vor mir gestellt. Das kommt natürlich auf die Größe eurer Schale an und natürlich muss man sich ggf. mit dem Sitznachbar absprechen, aber bisher hatte ich wohl Glück, es war noch nie ein Problem. Mit der Babyschale als Sichtschutz vor sich, lässt sich übrigens auch prima versteckt stillen und man kann darin mit etwas Übung problemlos wickeln.

Was wenn ich während der Zugfahrt auf die Toilette muss???

Persönlich ist mir dies zum Glück nur einmal passiert. Ich trinke an diesem Tag vorher aber auch fast gar nicht, um diesen Ernstfall möglichst zu vermeiden. Denn wer die Zugtoiletten kennt, hier kann man kein Baby ablegen und selbst wenn es ginge, ist das eher nicht zu empfehlen. Für die ganz geübten mag es vielleicht möglich sein, mit Kind in der Babytrage auf die Toilette zu gehen. Für mich war und ist das aber undenkbar. Zumal die Kids ja auch von Mal zu Mal größer werden, was den Bewegungsspielraum immer mehr eingrenzt.

Als es sich aber doch einmal nicht vermeiden lies, habe ich mir also meine Mitreisenden angeschaut. Ein sympathisches, junges Mädchen schien allein zu reisen und war in ihr Buch vertieft. Diese habe ich einfach angesprochen, ob sie evtl. kurz mein Kind halten würde da ich auf Toilette müsste. Selbstverständlich hat sie sich sofort bereit erklärt. Ich habe ihr meine Tochter auf den Schoss gesetzt und kurz abgewartet. Nova war aber zu beschäftigt, das neue Gesicht zu studieren und es war kein Problem, dass ich schnell gehen konnte. Bisher hat sie eigentlich noch nie gefremdelt, für den Fall, dass das noch kommt, werde ich mir wohl eine neue Strategie überlegen müssen. Die reiche ich dann gerne nach.

Im Überblick – Das solltest du bei einer Zugfahrt dabeihaben

  • Kinderwagen oder Buggy der sich praktisch zusammenklappen lässt. Er muss ins Gepäckregal geräumt werden. In den Gängen und im Eingangsbereich ist zwar Platz, leider ist das aber nicht erlaubt und das Zugpersonal lässt da leider auch nicht mit sich reden. (Ja, ich habe es mehrmals probiert)
  • Babytrage – für den Fall, dass dein Baby schreit oder damit du dich sicher im fahrenden Zug bewegen kannst.
  • Babyschale – gerade am Anfang ist das zwar etwas sperrig, für dein Baby aber am komfortabelsten.
  • Selbstverständlich solltest du jegliches Equipment zum Wickeln und Füttern griffbereit haben

Das solltest du bei der Buchung beachten

  • Am besten immer ein Familienabteil (Viererabteil mit Tisch) buchen. Da ist einfach am meisten Platz und die Babyschale kann gut abgestellt werden.
  • Bei doppelstöckigen Zügen immer unten buchen, damit ihr keine Treppen überwinden müsst.
  • Wenn ihr bisher immer lieber am Fenster gesessen habt, um gemütlich den Kopf abzulegen und zu schlafen dann ändert sich das spätestens wenn ihr mit einem Kind reist. Nun bucht ihr am besten immer den Gangplatz. Man macht sich einfach keine Freunde, wenn man mit Kind und Kegel über Mitreisende steigen muss.
  • Tickets griffbereit haben oder direkt einen Screenshot vom Barcode des Onlinetickets machen. Das spart Zeit und lästiges Gesuche.
  • Solang die Kinder ganz klein sind und noch viel Schlafen, würde ich die Verbindung buchen, die der Schlafenszeit am nächsten kommt. Evtl. habt ihr Glück und euer Baby bleibt im Rhythmus und schläft.

Extra Tipp: Es gibt immer Plätze, die nicht gebucht werden können. Fragt den Schaffner, manchmal (leider nicht immer) sagen sie euch, wo diese Plätze sind. Es lohnt sich, das sind nämlich meistens Viererabteile mit Tisch, die ihr dann ganz für euch allein habt.

Die Babytrage

Für den Fall, dass euer Baby quengelig ist oder rumgetragen werden will, empfehle ich eine Babytrage dabei zu haben. Damit könnt ihr euch geschickt und vor allem sicher bewegen, wenn ihr eure Runden während der Zugfahrt g dreht. Mit der Weile werden die Kids ja doch recht schwer und der Zug ruckelt stellenweise schon ziemlich. Bisher hat mich meine Tochter zwar mit extremen Weinanfällen und schreien verschont, weshalb ich immer auf meinem Sitz bleiben konnte. Ich habe die Trage für den Fall der Fälle, dennoch immer dabei. Sicher ist sicher, man will die Nerven der Mitreisenden ja nicht überstrapazieren.

Mittlerweile ist meine Tochter fast ein Jahr alt und wir reisen immer noch viel mit dem Zug. Sie schläft überhaupt gar nicht mehr, man könnte ja was verpassen. Leider wird ihr aber auch ziemlich schnell langweilig, was heißt, dass ich nun recht viele Spielsachen dabeihabe, um sie dauernd zu bespaßen und bei Laune zu halten. Ich stille auch nicht mehr, deshalb muss nun auch die Tasche mit der Verpflegung griffbereit sein. Ich stelle meistens alles unter meinen Sitz. Wickeln geht nun nicht mehr im Abteil, da würden sich vermutlich alle beschweren (lach). Aber die Wickelmöglichkeiten im Zug sind super. Sie sind allerding meist nur in einem Wagon vorhanden, was heißt, dass ihr evtl. etwas laufen müsst. Eine Wickelunterlage reicht vollkommen aus, die Wickeltische, die ich bisher angetroffen habe, waren alle in gutem Zustand und sauber.

Die nächste Challenge beim Zugfahren erwartet mich dann wohl, wenn meine Tochter läuft. Vermutlich kann ich dann in gebückter Haltung mit ihr durch den kompletten Zug wackeln und alle Passagiere persönlich begrüßen – I ll keep you posted

Gute Reise
Eure Nina

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