Geduldsfaden – Maßnahmen, damit er nicht reißt!

Hallo ihr Lieben,

wer kennt ihn nicht, diesen Geduldsfaden, der an manchen Tagen und in manchen Situationen einfach dünner ist, als sonst. Du hast Schuldgefühle? Fühlst dich alleine mit deinen Emotionen? Was du dagegen machen kannst bzw. was dir in der Situation helfen kann, erfährst du hier.

Der Geduldsfaden wird dünner

Wir Mamis sitzen in der Realität nicht jeden Tag nach dem Sunrise Yoga mit anderen Mamis in Café und schlürfen unseren Latte Macciato. Nein, wir Mamas sind auch häufig daheim und haben mit unseren kleinen Menschlein“zu kämpfen“ oder mit uns selbst. Wir Eltern sind auch nur Menschen. Menschen mit Bedürfnissen und Gefühlen. Da ist es absolut normal, wenn wir nicht immer zu 100% fit und ja, vielleicht auch nicht immer verständnisvoll unseren Kleinen gegenüber sind. Wenn wir übermüdet sind, auf Toilette müssen, hungrig sind. Wenn unsere eigenen Grundbedürfnisse nicht gestillt sind, so ist es meiner Meinung nach völlig normal, dass wir nicht völlige Hingabe unseren Kleinen gegenüber aufbringen können. Mit Sicherheit eine gewisse Zeit über, versteht mich nicht falsch – aber wenn die Kleinen unsere Geduld sehr strapazieren, kann der Geduldsfaden eben auch irgendwann etwas dünner werden.

Persönlich merke ich einfach an manchen Tagen, wenn ich übermüdet bin, Hunger habe und auf Toilette muss, dass ich anders auf meinen kleinen Mann reagiere, als wenn ich völlig ausgeglichen bin und meine Grundbedürfnisse gestillt sind. Wenn er dann beispielsweise gestillt und satt ist, seine Windel sauber ist und wir gespielt haben – ich ihn aber nicht überreizt habe und merke, dass er müde wird … dann kommt häufig eine Situation auf mich zu, die mich manchmal an meine Grenzen bringt. Der kleine Mann döst in meinen Armen ein, vergewissert sich ein paar Mal, ob er wirklich immer noch bei mir in meinen Armen ist. Ja.

Ok, ich hier bin sicher und meine müden Äuglein können wieder geschlossen werden.

Dann möchte ich ihn ablegen, um endlich mal auf Toilette gehen zu können. Aber nein, dann werden die Augen aufgerissen und der keine Mann schreit los. Ich nehme ihn wieder zu mir. Ruhe. Laufe mit ihm spazieren. Versuche einige Zeit später erneut ihn abzulegen – gleiches Ergebnis. Natürlich verstehe ich, dass er Nähe möchte, dass er sicher sein will, nicht allein zu sein, geborgen zu sein… aber warum muss ich mich immer dabei bewegen? Warum schäft er z.B. nicht ein, wenn er auf oder neben mir liegt? Wenn ich sitze?

Wenn mich meine Kräfte irgendwann verlassen, komme ich an meine Grenzen und fühle mich tatsächlich manchmal fast verarscht. Natürlich ist mir bewusst, dass er das (noch) nicht kann und er ein Bedürfnis hat und keine andere Möglichkeit hat, dieses auszudrücken … aber dennoch fällt es mir nicht immer leicht dies rational nachzuvollziehen.

Geduldsfaden
Geduldsfaden – wenn er mal dünner wird …

Präventive Tipps für einen starken Geduldsfaden

Erst diese Woche habe ich mit einer Freundin über dieses Thema gesprochen. Mir hat es wahnsinnig gut getan zu wissen, dass es mir nicht alleine so geht. Man fühlt sich natürlich dennoch schuldig, wenn man eben nicht das Verständnis seinem Kind gegenüber aufbringen kann, welches es vielleicht gerade verdient oder welche es einfordert. Dennoch finde ich es menschlich. Menschlich manchmal nicht die Kraft, die Geduld und Hingabe zu haben, die gefordert wird. Ist man deswegen gleich schwach? Nein, ich finde nicht.

Dennoch ist es so wichtig, Gelassenheit walten zu lassen. Mit einem Lächeln die Situation zu meistern und alle Kräfte zu mobilisieren, um gerade Babys unter einem Jahr die Hingabe, Liebe und Zuneigung entgegenzubringen, welche sie verdienen.

Was kannst du präventiv machen, um deinen Geduldsfaden zu stärken?

  • Meditiere täglich – und wenn es nur ein paar wenige Minuten sind.
  • Gönne dir (kurze) Auszeiten im Alltag in denen du dich um dich kümmern kannst und das machst, was dir Energie spendet.
  • Reflektiere, was dir Energie gibt. Ist es ein heißes Bad, ein gutes Buch, ein Spaziergang, ein Telefonat, Yoga, Meditation, eine Serie, ein gutes Essen, Zeit mit Freunden…
  • Mach dir bewusst, dass du nicht alleine bist und solche Gefühle normal und ok sind. Wenn du es vergisst – notiere es dir auf einen Zettel und hänge ihn auf. Wenn du deinen Nachwuchs z.B. in der Wohnung herumträgst, kannst du auf deinen Zettel spicken und dabei direkt an Mut, Hingabe, Liebe… dazugewinnen. Wenn es nur ein

„ich bin gut genug“

  • ist… denn manchmal vergessen wir, uns das selbst zu sagen. Wir geben unser bestes – immer. Aber manchmal kommen wir an unsere Grenzen und auch das ist ok.
  • Signalisiere deinem Umfeld, wenn es dir zu viel wird. Sprich mit deinem Partner darüber. Bitte um Verständnis und Unterstützung. Frage deine Eltern oder eine liebe Freundin, ob sie auf deinen Nachwuchs für ein paar Stunden aufpassen können, wenn du Zeit brauchst, um deine Batterien wieder aufzuladen.
  • Lies unbedingt das Buch „Oje, ich wachse“.

Dies sind alles Tipps, die dir helfen können erst gar nicht in Situationen zu geraten, in denen dein Geduldsfaden kürzer wird … Persönlich habe ich zum Beispiel kürzlich gemerkt, dass ich ko bin. Mein Rücken vom vielen Tragen schmerzt, ich gereizter bin, unausgeglichen … Als wir dann ein Wochenende im Wellnesshotel waren, konnte ich meine Energiereserven wieder aufladen, Kraft tanken, ruhiger werden, durchatmen, loslassen, … und habe prompt gemerkt, wie sich meine Entspanntheit auf meinen Sohn und natürlich auch die Partnscherschaft ausgewirkt hat.

Meine Tipps in Akutsituationen

  • Atme! Tief ein und aus! Schreibe auch das gerne auf einen Zettel oder kaufe dir eine schöne Postkarte. Etwas was dich daran erinnert tief ein- und auszuatmen. Denn das beruhigt unser Nervensystem und wir werden direkt ruhiger.
  • Mache dir bewusst, dass wenn du dich jetzt „aufregst“, ungeduldig wirst, dann überträgt sich das auf dein Baby und die Situation wirst meist noch schwieriger als sie eh schon ist.
  • Arbeite mit Affirmationen. Diese kannst du beispielsweise auch in deinen regelmäßigen Meditationen üben. Zum Beispiel kannst du dir innerlich sagen „ich bin ruhig und gelassen“, „ich bin eine liebevolle Mama“, „ich bin kraftvoll“, „ich bin stark“, … oder oder oder. Suche dir die bestärkende Affirmation, die sich für dich richtig anfühlt.

Voneinander lernen

Wir sind auch nur Menschen. Genauso wie sich manche Manager aufregen, Kassierer, Friseure… so können auch wir Eltern eben manchmal ungeduldiger sein oder gar aus der Haut fahren. Was hilft dir in solchen akuten Situationen? Hast du vielleicht einen Tipp? Was ist dein Notfallplan? Deine persönliche „funktioniert-immer-Strategie“? Ich freue mich, wenn du uns alle daran teilhaben lässt – vielleicht rettest du so auch das Reißen der Geduldsschnur bei einer anderen Mama oder Papa.

Love & Namasté
Deiner Heidi

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