Nachgefragt! Die VIERTE

Hallo ihr Lieben,

höchste Zeit für das nächste NACHGEFRAGT! Interview.

Dieses Mal für euch im Gespräch – die wundervolle Luisa.

Vergangene Woche hatte ich die Möglichkeit ihrer Schwangerenyoga Stunde beizuwohnen. Wow! Für mich das erste Mal Schwangerenyoga und so viele wundervolle werdende Mamis. Luisa selbst ist derzeit auch wieder schwanger und es hat mir viel Freude gemacht diese spezielle Energie zu spüren.

Luisa im Nachgefragt Interview vier

 

Im Anschluss an die Stunde durfte ich sie dann noch für euch interviewen. Seid gespannt….

Luisa im NACHGEFRAGT! Interview

Seit wann bist du Yogini und wie bist du zum Yoga gekommen? 

Yoga übe ich jetzt schon seit – Moment ich muss mal kurz nachrechnen – seit 11 Jahren. Meine Mutter hat schon immer Yoga gemacht und ich fand das jetzt anfangs als Teenie eher ähm ja – lacht. Ich hatte einfach nicht so den Zugang. Aber ich habe im Studium ganz arg Rückenschmerzen bekommen, weil ich mit Ballett aufgehört habe und dann erstmal gar keinen Sport gemacht habe und dann habe ich im liegen ziemlich starke Schmerzen im Rücken gehabt. Ich konnte gar nicht mehr liegen, hatte so richtig Schmerzen wie Nadelstiche  und dann habe ich mal Yoga ausprobiert. So kam ich zum Yoga….

Dazwischen habe ich dann einen Abstecher ins Pilates gemacht und habe noch eine Pilateslehrerausbildung absolviert. War dann aber auch schnell bei dem Punkt, dass Pilates ja eher die sportliche Methode ist und die hat durchaus ihre Legitimation und kann ergänzend auch sehr schön sein – gerade auch in der Rückbildung. Aber mir hat schon das „tiefere“ gefehlt und dann kam ich irgendwie zur Yogalehrerausbildung.

Die Yogalehrerausbildung hast du vor zwei oder drei Jahren gemacht, oder? 

Die habe ich vor 3 Jahren bei der Birgit im Yoga Süd gemacht. Dann wurde ich in der Yogalehrerausbildung auch noch schwanger und dann habe ich eine Prenatal- und Postnatalyogalehrerausbildung gemacht. Jetzt biete ich mit der Birgit das selber an – so drei bis vier Mal im Jahr.

Dazu habe ich jetzt die Anusara Immersion mit Tina Lobe gemacht – auch eine super schöne Methode. Wenn ich jetzt nicht umgezogen wäre, hätte ich noch eine Yin Yoga Ausbildung bei Josh Summers gemacht – habe nämlich gehört, dass die super sein soll. (Anmerkung: die mache ich – also ihr bekommt definitiv Bescheid, ob sie wirklich gut ist!! :-))

Ich weiß noch nicht, wie mein Yogaweg dann weiter geht, ich habe ja noch meine zwei „Kleingurus“ 🙂

Beende bitte den Satz „Yoga ist für mich….“ 

Yoga ist für mich nicht unbedingt nur auf der Matte.

Sondern Yoga ist für mich der Einklang mit dir selbst. Zum Beispiel meine Oma – die hat von Yoga noch nichts gehört, aber wenn die in ihrem Garten ist, ist sie wie in einem meditativen Rhythmus.

Mein Körper ist mein Tempel.

Ich finde es einfach wichtig, dass ich das was ich auf der Matte übe in meinen Alltag trage. Dass es dort auch funktioniert. Ich finde Âsanas toll und eine schöne Möglichkeit natürlich um den Körper, der ja der Tempel ist, einfach ein bisschen zu spüren und vielleicht auch  zu trainieren. Aber das wichtige ist, sich das, was mir die Âsana, die Haltung zeigt, dass ich das in meinem Alltag umsetze. Da arbeite ich auch immer an mir. Da denke ich mir oft, „Mann du erzählst ständig den Leuten …und daheim machst du das selbe komplett falsch“. Also ja, das ist … das immer wieder zu erkennen und seine Muster zu erkennen, um da besser zu werden, achtsamer im Umgang mit Menschen, mit der Umwelt, das ist für mich Yoga.

Als du die Ausbildung vor drei Jahren gemacht hast, war dir klar, dass du unterrichten möchtest oder kam das erst mit der Zeit? 

Ja, ich wollte unterrichten. Weil ich ja auch schon Pilates unterrichtet habe. Und ich wusste, dass – das ist eine schöne Frage – manche entdecken ja auch erst in der Ausbildung „eigentlich ist es nur für mich“…aber ich wollte eigentlich immer gerne weitergeben und manchmal kommt das ja auch so zu dir….

Zum Beispiel das mit den Schwangeren – da ziehe ich die Leute irgendwie einfach an, die kommen und geben mir Feedback und da kann man richtig etwas geben. Und trotzdem finde ich es wichtig, dass man sich schützt als Yogalehrer. Das Geben kostet unheimlich viel Kraft und wenn man zwei Stunden hintereinander gibt – da bin ich durch…

Immer wieder auch selber Schüler sein – das finde ich total wichtig. Also ich bin gerne Schüler und ich gehe zu jedem Lehrer und ich habe vor jedem Lehrer Respekt und ich bin der Meinung, dass mir jeder Lehrer etwas geben kann. Egal ob der oder sie jetzt nicht so ganz mein Stil ist, aber ich finde man lernt von jedem etwas und man braucht die Inspiration auch.

Wie schaffst du es denn mit deiner eigenen Praxis? Du bist Mama, Yogalehrerin und arbeitest in Teilzeit….

Also ich muss ehrlich sagen, dass bei mir gerade mein Alltag Praxis ist. Mein Kind, das ist unglaublich….das sind eigentlich die besten Gurus. Dennoch ist die Bewegung wichtig und ich merke das ja auch durch das stillen hat man so bisschen eine Kyphose im oberen Rücken…das man einfach nach sich schaut. Ich habe immer wieder die Punkte, wo ich sage ich muss jetzt wieder mehr machen, also ich gehe schon, ich habe ja die Immersion….aber ich übe in der Tat, seit mein Sohn da ist, sehr viel zu Hause. Ich schaffe es nicht immer abends, weil ich da echt fertig bin. Aber gerade wenn mein Mann da ist, mein Mann nimmt jetzt auch Elternzeit. Wenn er da ist oder am Wochenende bei seiner Oma ist, dann rolle ich die Matte schon aus. Das ist schon, wenn du so ein Kind hast, weißt du, dann denkst du an 1.000 Sachen die du noch machen könntest und dann bin ich eh schon so eine Perfektionist und dann ist es halt…“Ne, dieses Staubkorn bleibt jetzt Staubkorn und ich schaue jetzt nach mir!“ Danach geht es mir auch immer besser. Mein Mann merkt das auch schon total. Dann heißt es schon mal, mach du mal Yoga und ich gehe jetzt mit ihm bisschen raus. Danach ist das immer eine ganz  andere Energie. Und klar, jetzt gerade schwanger – mache ich jetzt andere Sachen.

Also bei der Tina habe ich mich schon bisschen wie so ein Walross gefühlt 🙂 In der dritten Immersion haben wir diese ganzen extremen Haltungen…aber man kann im Yoga doch noch sehr viel schwanger machen. Das ist echt schön.

Es gibt ja viele Pre- und Postnatalyogalehrerinnen, die „Nicht-Mamas“ sind – was hältst du davon? 

Vor meiner Schwangerschaft hätte ich es kritisch gesehen, als ich aber in der Filderklinik entbunden habe, hatte ich eine Hebamme quasi in der Endphase, die selbst nicht Mama ist. Die hat meine Geburt so toll gemacht und mit einer ganz gesunden Distanz und mit einer Stärke und das habe ich in dem Moment total gebraucht und da hat sich mein Denken dazu auch ein bisschen geändert. Ich glaube manchmal versteht eine Mutter manche Dinge vielleicht mehr, aber auch andererseits in Sachen Beziehung – mein Bruder zum Beispiel, der hatte noch nie eine wirklich richtige Beziehung und hat mir oft in Sachen Beziehung ganz tolle Ratschläge gegeben.

Man muss nicht immer in dem Boot sitzen, das man schaukelt.

Daher kann auch eine Nicht-Mama eine gute Yogalehrerin sein. Ich finde es auch anmaßend, man weiß ja auch gar nicht, warum jemand kein Kind hat und ich glaube das hat sehr viel mit Kompetenz und einfühlsam sein zu tun und einfach die Schwingungen aufzunehmen, die die Frauen in dem Moment brauchen und das kann eine Frau, die – oder vielleicht auch ein Mann  🙂 – die kein Kind – oder noch kein Kind hat, die hat ja vielleicht auch eine Sehnsucht und bewundert das ganz arg und ist dann neugierig und lernt und gibt den Schwangeren so das Gefühl, dass sie von ihnen lernen kann und das kann auch eine schöne Energie sein.

Ne, also ich habe das ja auch davor unterrichtet….

Gibt es Do´s and Dont´s die du als Schwangere und Yogalehrerin weitergeben könntest?

Also die klassischen Sachen, die man mit Schwangeren nicht machen sollte. Also ich finde das NICHT-MACHEN das wichtige. Schwangere sollen keine geschlossenen Drehungen machen, einfach weil die entgiftend sind, keine Bauchlage mehr ab dem dritten Monat ungefähr. Ich würde in der Zeit zwischen der 11. Woche und der 14. Woche nicht üben weil das ist die Zeit, wo sich das Kind so richtig einnistet, wo auch die Seele in den Menschen kommt, da würde ich aufpassen mit Frauen – die sollen sich einfach nur ausruhen.

Wenn eine Frau jetzt schon vorher Yoga praktiziert hat, …keine Bauchlage klar, keine Atempausen, also so etwas wie Kapalabhati, Bhastrika wo der Bauchdruck stark ist, das einfach lassen.

Grundsätzlich sehr viele öffnende Haltungen, Standhaltungen um ein bisschen die Stabilität und die Balance wieder zu fördern, sehr achtsames üben, in Balancehaltungen an die Wand gehen oder etwas wo sie sich festhalten können anbieten. Und keine Rückenlage mehr. Später nach dem 3. Monat, weil das Vena cava-Syndrom einfach die Sauerstoffversorgung einschränkt. Keine extremen Haltungen, z.B. da gibt es unterschiedliche Theorien, z. B. Trikonasana ist schon ein bisschen extrem für die Mutterbänder seitlich. Oder ich würde eine Frau, die irgendwie hochschwanger ist, keinen Schulterstand mehr machen lassen.

Alles einfach mit einem guten Körpergefühl – sich vorstellen man hat einen Bauch und irgendwo ist man da eingeschränkt:-)

Bis wann hast du selbst praktizierst, als du mit deinem ersten Kind schwanger warst? 

Bis zum Schluss 🙂  Man muss keine Angst haben. Das hatte ich vorhin zu einer gesagt, ich habe beim Mats schon ein bisschen den Fehler gemacht, dass ich mich die letzten zwei Wochen eingeigelt habe und dachte oh Gott, wenn es jetzt los geht….und dadurch habe ich das Kind aber auch nicht losgelassen, der kam ja dann zwei Wochen zu spät. Also wenn man gesund ist und nichts gegen das Üben spricht, kann man das bis zum Schluss machen. Es ist ja eine wunderbare Geburtsvorbereitung – öffnen, loslassen….ich würde halt die Praxis entspannt angehen und nicht zu verbissen.

Frauen sind ja oft in diesem Oh Gott ich muss Kalorien verbrennen und ich muss schlank bleiben, einfach das mal loslassen und die Natur hat das schon gut geregelt, dass man nach der Geburt durchs stillen so eine tolle Rückbildung erfährt. Der Körper wird wieder, wie er war. Bis dahin einfach entspannt üben und gerne bis zum Schluss. 

Was möchtest du deinen Yogis mit auf den Weg geben? 

Die Freude am Yoga. Mir ist immer die Ausrichtung sehr wichtig, dass gesund geübt wird. Ich möchte ihnen einfach mitgeben, dass sie niemals zu einem äußeren Guru verfallen sollen, zu dogmatisch an irgendetwas festhalten sondern offen bleiben auf ihrem Yogaweg. Sich nicht festzunageln, nicht im Außen etwas größeres zu sehen sondern wirklich zu wissen, dass alles Wissen in einem liegt.

Alles Wissen ist in dir.

Mit Respekt vor allen anderen Yogis sich treiben lassen, neugierig zu bleiben und immer ganz ehrlich ihren Yogaweg und damit ihren Lebensweg zu beschreiten. Das finde ich wichtig. Ich muss niemanden anhimmeln. Ich bin jetzt auch nicht so, dass ich denk, oh Gott es gibt so viele Yogalehrer, sondern ich finde es schön, wenn jemand den Weg geht und schicke meine Yogateilnehmer auch mal zu den anderen, weil ich glaube, man findet immer zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Lehrer. Dieses Guru-Denken das ist nicht so meins. 

Wie bereitest du eine Yogastunde vor?

Ich muss zugeben, manchmal schaffe ich es gar nicht eine Yogastunde vorzubereiten und habe da ja schon auch ein Repertoire. Aber es ist schon so, dass ich dieses regelmäßige üben und sich überlegen wichtig finde. Ich mache manchmal Kurse auf Yogaglow, weil ich das ganz schön finde und da sind echt gute Lehrer. Da hole ich mir Inspiration oder manchmal finde ich ein schönes Zitat oder habe selber irgendein Thema wie z.B. die Schulteröffnung …in meinen eigenen Körper reinspüren und dann baue ich es eben danach auf.

Natürlich schaue ich, dass ich die Yogastunde klassisch aufeinander aufbaue und z.Bsp. alle Ebenen dabei sind. Manchmal mit einer Peakpose, aber ich finde das muss gar nicht immer so sein, also manchmal kann sie auch ausgewogen sein und einfach ein bisschen so …dass es einfach gut gemischt ist.

Luisa im Nachgefragt Interview vier

Hast du eine Lieblings-Âsana? 

Das ist immer total abhängig von der Phase und witzigerweise ist die Âsana, die man meistens nicht mag, meistens die, die man am meisten braucht.

Gerade fällt mir ein Krieger so schwer. Warum auch immer 🙂 Ich mache ihn dann trotzdem. Was ich unheimlich schön gerade finde ist der Schulterstand, den manche ich total gerne. Witzigerweise jetzt auch gerade in der Schwangerschaft. Ich habe bisschen Durchblutungsprobleme und der tut mir total gut.

Stay in contact

Die Erstellung der eigenen Homepage steht noch aus 🙂 Ich werde auf jeden Fall das Pre- und Postnatal Thema weiterführen – auch hier mit der Birgit, also die Workshops wird es weiterhin geben. Alles weitere ist gerade noch offen, wie es mit den Kindern dann wird.

Falls ihr mehr von Luisa erfahren wollt, findet ihr sie natürlich auf Facebook.

Luisa im Nachgefragt Interview vier

 

Ganz herzlichen Dank an Luisa für deine Zeit und deine offenen Worte.

So viele Yogis sind heutzutage kinderlos… Daher machen mir Menschen wie du Mut, einen Yogaweg auch als Mutter beschreiten zu können. Wie schön, dass so viele schwangere Yogis sich Zeit für sich und ihr ungeborenes Baby genommen haben. Ich hoffe, dass Yoga in der Schwangerschaft und vor allem später als Mami mehr und mehr zunimmt.

Namaste deine Heidi.001

 

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